fugbaum.de

Unfug muss ja irgendwo herkommen...
Jul 25

Journalismus par excellence: Kapitän der Herzen

Ein Kommentar von Philipp Selldorf

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via sueddeutsche.de

[...] Das mag prinzipiell stimmen, aber Vernunft ist selten der Maßstab, nach dem sich die Menschen richten. Viele Leute fahren ja auch lieber mit vierradgetriebenen Autopanzern umher, anstatt im kostengünstigen Benzinsparmodell. Auch im modernen Fußball wird das Kapitänsamt weiterhin als Statussymbol betrachtet und als Prestigeobjekt verherrlicht. [...]

Für diesen wundervollen Kommentar sollte man dem Autor einen Orden verleihen.
Schön, dass es noch Qualitätsjournalismus gibt!

May 12

Frosch "Knötti" ist tödlich getroffen, einem Teichgenossen wurde das Bein weggerissen. Ein Krefelder Sommernachtsalbtraum.

Zoom
Frosch, Mord an Frosch, Meuchelmord, Knötti, Moby Dick,

Laubfrosch auf Tour: In Krefeld hat sich ein Mann wegen des Gequake zu einer folgenschweren Tat hinreißen lassen© Christian Hagner/DPA

"Knötti" war sich keiner Schuld bewusst, so viel steht fest. Schließlich war er ein Frosch. Außerdem konnte er nicht quaken, nur leise knöttern. "Wohl ein Gendefekt", vermutet sein Besitzer Andreas van Straelen. Vielleicht war "Knötti" deswegen unvorsichtiger als seine Artgenossen. Jedenfalls traf ausgerechnet ihn in der Nacht des 1. Juli 2010 in Krefeld eine Kugel tödlich. Am Donnerstag wurde Nachbar Frank H. vom Krefelder Amtsgericht zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt. Aber nicht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, unter das Froschmorde fallen, sondern wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Der Arbeitslose bestritt den Meuchelmord am Grünfrosch. Dagegen war er geständig, was die beiden Gewehre anging, die die Polizei bei ihm gefunden hatte, darunter ein Karabiner aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine Erlaubnis hatte er für die Waffen nicht. Das Geständnis ermöglichte Amtsrichter Christian Tenhofen ein salomonisches Urteil: 1500 Euro Geldstrafe. Viel für den Hartz-IV-Empfänger, der die Waffen nie benutzt haben will. Die Strafe sei geeignet, ihn von der Begehung weiterer Taten abzuhalten, meinte der Richter. Dafür stellte er die Sache mit dem Frosch ein.

"Ich knall' die Viecher ab"

Das ersparte der Justiz eine aufwändige Beweisaufnahme, möglicherweise mit teuren Sachverständigen-Gutachten. Froschbesitzer Andreas van Straelen zeigte sich "ein bisschen enttäuscht": "Meinen 'Knötti' bringt das auch nicht wieder zurück." Andererseits sei er "froh, dass die Sache publik geworden" sei. "Mein Ziel war zu zeigen, dass es nicht geht, artgeschützte Tiere zu beschießen."

Mehrfach hatte er seinen Nachbarn gewarnt, der lautstark angekündigt habe, "die Viecher abzuknallen". Van Straelen kennt seinen Nachbarn seit 40 Jahren, will ihn eigentlich nicht anzeigen. Aber es fallen Schüsse. Van Straelen rechnet mit allem, richtet eine Überwachungskamera auf das Fenster seines Nachbarn. Dann kommt es zu dramatischen Szenen.

Ein einfaches Grab an der Lieblingsstelle

"Ich guck auf den Monitor, das Fenster geht auf, die Flinte kommt raus, es knallt. Als ich ihn fotografieren will, piepst die Kamera und er duckt sich." "Knötti" liegt tot am Teich, einem weiteren Frosch fehlt das Hinterbein, die Teichfolie hat Einschusslöcher. Van Straelen ruft die Polizei, aber der Nachbar behauptet, geschlafen zu haben. Es steht Aussage gegen Aussage.

Der 45-Jährige erstattet Anzeige und friert "Knötti" in der Tiefkühltruhe ein. "Das Einschussloch konnte jeder Laie erkennen." Weil der oft fotografierte Kadaver zu müffeln begann, beerdigt ihn der 45-Jährige am einstigen Lieblingsplatz des Frosches direkt am Teich. Den verstümmelten Frosch päppelt der Tierfreund hoch, nennt ihn "Ahab", so wie den einbeinigen Kapitän aus "Moby Dick".

Ob das Urteil Rechtsfrieden geschaffen hat, wird die nächste Paarungszeit zeigen, wenn die Frösche wieder nachaktiv und "musikalisch" werden. "Knöttis" Stimme hatte bei dem Konzert ohnehin gefehlt.

Er war doch noch so jung!
Warum nur?!

Feb 10

Very Interesting: Why the Music Industry Must Change Its Strategy to Reach Digital Natives

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In the music industry’s first digital decade, efforts focused on converting 30-something CD buyers to digital downloads and trying to win over the file-sharing Millennials (now aged 16-24) with the wrong digital products. It’s still the dominant strategy (Spotify is one late but crucial step forward). The strategy left the Digital Natives un-catered to, because their needs differ so much from those of previous generations.

The Digital Natives give us a sneak peak at the future. Millennials looked like the future for a while but their behavior has a finite life span. For example, ripping and burning CDs, even downloading from BitTorrent and iTunes both recreate the analog behavior of getting units of music. This is because they started out in the analog era. They are the transition generation with transitional behaviors.

Digital Natives don’t have that analog era baggage. All they’ve known is digital. Online video and mobile are their killer apps. These Digital Natives see music as the pervasive soundtrack to their interactive, immersive, social environments. Ownership matters less. Place of origin matters less. Context and experience is everything. In a world beyond content scarcity, experience is now everything. With “free” infecting everything, the content itself is no longer king. Experience now has the throne.

Interesting article about the problems, the music industry has to understand (solve) if they don't want to die in the next years...

About Jan-Philipp Jacobsen

Hamburg
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http://threewords.me/jottpeeh
http://ForwardFM.de

Ich hab' mich gerade gefragt, ob ich hier eher sammle oder jage?!


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